Die Zeiten als Werbung noch wirklich Werbung war, und die potenzielle Kundschaft über ein neues Produkt und dessen Eigenschaften informiert wurde, sind lange vorbei. Die Psychologie hat immer mehr Einzug gehalten und es fand ein fliessender Übergang zwischen Werbung und Manipulation statt.
Durch die Werbung werden Sehnsüchte geweckt oder Stimmungen aufgebaut mit denen sich jeder identifizieren kann. In einigen Fällen weckt die Werbung sogar Schuldgefühle um auf ein Produkt aufmerksam zu machen.
Dabei beschränkt sich die Manipulation nicht nur auf die Werbung im Radio, TV und den Printmedien, sondern beginnt schon beim alltäglichen Einkauf im Supermarkt. Auch dort werden alle Sinne der Kunden angesprochen, sei es durch spezielle Beleuchtung der Obst- und Gemüse oder Fleischtheke, den Einsatz von Düften, bis hin zum Süsswarenregal an der Kasse.
Selbst die Plazierung der Produkte in den Regalen ist keineswegs zufällig oder willkürlich gewählt. Die Werbung im Radio, TV und den Printmedien erfordert ein höheres Mass an Manipulation. Denn sie soll uns ansprechen während wir mit anderen Dingen beschäftigt sind. Dinge des alltäglichen Bedarfs müssen wir im Supermarkt kaufen, und so ist die Beeinflussung allenfalls absatzfördernd.
Wenn wir Fernsehen schauen, Radio hören oder Zeitung lesen muss uns die Werbung in einer Form ansprechen, die wir auch wahr nehmen da wir keines der Medien vorrangig nutzen um Werbung zu schauen. Das wird durch verschiedene Techniken erreicht, sei es durch Schleichwerbung wenn ein Produkt in einer Fernsehszene auftaucht oder wenn Werbespots im Fernsehen ein Produkt auf eher humorvolle Art den potenziellen Kunden näher gebracht werden.
Zum Beispiel chrasht ein französischer Autobauer in seinem Werbespot Sushi, eine Bockwurst, Knäckebrot und eine Baguettestange, stellvertretend für Automarken aus den Herkunftsländern der Nahrungsmittel. Diese Botschaft prägt sich ein und man spricht darüber, auch wenn man in dem Moment nicht über den Autokauf nachgedacht hat. In einem anderen Fall verspricht eine Bank eine 10% Ersparnis bei den Kreditzinsen wenn man einen solchen Vertrag bei Ihr abschließt. 10% sparen klingt gut, allerdings 10% von was? Im günstigsten Fall von 5,39%, im schlechtesten von 11,69%. Der Weg zur Hausbank oder ein selbst angestellter Vergleich von Konditionen kann dabei durchaus günstigere Angebote aufzeigen.